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Paketband - es steckt mehr drin als man annimmt


„Klebeband“ lautet der Oberbegriff den wir aus Haushalt oder Büro kennen. Verwendet wird es im Alltag meistens zum Verschließen von Paketen und wird deshalb auch allgemein als „Paketband“ bezeichnet. Bei den Mengen die anfallen, war es uns ein Anliegen Informationen, auch hinsichtlich der Entsorgungsproblematik, zusammenzutragen. In unserer Versandabteilung ist es täglich und meterweise im Einsatz. Es ist ein selbstverständliches Gebrauchsmittel über das man sich keine Gedanken macht.

Grundsätzlich besteht Paketband aus einer Kunststofffolie als Trägermaterial und einer einseitig aufgetragener Klebmasse. Das Trägermaterial ist in der Regel PVC (Polyvinylchlorid) oder PP (Polypropylen). Der Einsatz von PVC als Trägermaterial wird oft als umwelttechnisch problematisch kritisiert.
Polypropylen (PP) hingegen wird als umweltfreundlich eingestuft.

Der Unterschied wird deutlich, wenn man die Eigenschaften der beiden Trägermaterialien vergleicht:
Die Beständigkeit beim PVC-Träger reicht bis in den Bereich der verdünnten Säuren und Laugen. Deshalb wird es teilweise als sogenanntes „Gefahrgutband“ verwendet.
Der Polypropylen-Träger dagegen ist lediglich gegen Alkohole, organische Lösungsmittel und Fette beständig, die als relativ harmlose Stoffe eingestuft werden. Gegen Benzin, Benzol und Kohlenwasserstoffe ist er unbeständig. Polypropylen (PP) gilt deshalb als umweltverträglicher in der Entsorgung.

Auf die Kleber-Beschichtung kommt es an. Hier die drei am häufigsten verwendeten:

Naturkautschuk-Kleber (unser Favorit)
zählt zu den elastischen Polymeren und gilt als das umweltfreundlichste Klebermaterial. Die Basis ist ein reines Pflanzenprodukt. Er wird überwiegend aus dem Milchsaft von Kautschukbäumen gewonnen. Die Hauptanbaugebiete befinden sich in Südostasien und Nordwest-Afrika. Bevorzugt wird Plantagen-Gewinnung praktiziert, weil sie als ökologisch relativ unbedenklich gilt. Überwiegend werden die Plantagen nachhaltig bewirtschaftet. Der einheimischen Bevölkerung wird somit ein existenzielles Auskommen gesichert.
In Verbindung mit Polypropylen (PP) als Trägermaterial ist Naturkautschuk-Kleber unproblematisch bei der Entsorgung.

Hotmelt-Kleber (Heißschmelz-Kleber)
Heißklebestoffe, auch Schmelz- oder Heißkleber genannt, sind bei Raumtemperatur mehr oder weniger feste sowie lösungsmittelfreie Produkte, die im heißen Zustand auf die Klebefläche aufgetragen werden. Erst beim Abkühlen wird die Verbindung zum Trägermaterial hergestellt. Hotmelt-Kleber verfügen über eine sehr hohe Klebkraft bei Normaltemperaturen. Nachteile sind die Temperaturempfindlichkeit bei über 40°C und die Empfindlichkeit bei UV-Strahlung sowie geringer Alterungsbeständigkeit und mangelnde Resistenz gegen Weichmacher. Durch Beimischungen wird versucht diesen Eigenschaften entgegen zu wirken.

Acrylat-Kleber (der Chemiebaukasten)
basieren auf chemischer Basis, den polymerisierten Acrylestermonomeren, denen in der Regel Kunstharze beigemischt werden. Acrylat-Kleber können entweder in wässerigen Dispersionen oder in Lösungsmitteln gelöst sein. Die besonderen Eigenschaften von Acrylat-Klebern liegen in der hohen Alterungs- und Temperaturbeständigkeit und der weitestgehenden Unempfindlichkeit gegen UV-Strahlung und Oxydation. Die Entsorgung ist dementsprechend aufwändig und umweltbelastend.


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